
Zero-Click Searches und Emotinales Targeting
Praxistipps, Ideen und ein wenig Gefühl.
Seine Erkenntnisse von der SMX 2025 noch einmal gründlich hin und her gewälzt hat unser Kollege Julian Altenbuchner. Der SEA-Experte lauschte zahlreichen Fachvorträgen in München und hat uns seine liebsten Quintessenzen mitgebracht. Ein Recap, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Rand Fishkin
Keynote-Speaker Rand Fishkin bleibt unserem Kollegen besonders in Erinnerung. Wie in einer Art Endzeit-Dystopie belegte der Mitgründer eines Softwareunternehmens zur Markt- und Zielgruppenforschung durch zahlreiche Studien und Statistiken das Ende des Traffics wie wir ihn kennen: Portale tendieren schon heute dazu, Nutzer auf der eigenen Seite zu halten, statt den Traffic weiter zu schicken.
Da es sein täglich Brot ist, wurde Julian beim Bezug zum Thema SEA hellhörig: nur in 40% aller europäischer Google-Suchen überhaupt verlässt der Klick die Google Suchergebnisseite weiter ins World Wide Web. In 75% aller Fälle über ein organisches Ergebnis, 24% klicken auf ein anderes Google Produkt und nur 1,4% auf eine bezahlte Anzeige (vielleicht eine von Julian 😉).
Fishkin nennt den Sachverhalt „Zero-Click-Searches“: diese sind 2024 eben auf 60 % gestiegen. AI-Overviews auf Google und KI-Chatbots lassen diesen Wert sicherlich weiter steigen.
Und Julian? Bangt nicht um seinen Job, denn Fiskin macht klar: Unternehmen müssen ihre Strategien anpassen, um erfolgreich zu bleiben: weg von Trafficgenerierung noch mehr hin zur Erstellung von hochwertigem Content (Attention please!). Den User weiterhin dort erreichen, wo er gerade ist.
Unser Kollege notiert eifrig: den eigenen Channel nicht überschätzen und mehr Omni-Channel Marketing und Diversität in der Streuung der Online Werbung für seine Kunden. Check!
Talia Wolf
Talia Wolf, Gründerin und CEO von Getuplift, lädt unseren SEA-Experten ein, ein Produkt nicht mit der Brille des Marketers zu betrachten, sondern mit der des Kunden. Emotionales Targeting fragt: welche emotionalen Bedürfnisse stillt der Kunde mit dem Produkt? Die stärksten Gefühle, die Werbung triggert, seien das Soziale Bild („Wie will ich, dass mich andere sehen?“) und das Selbstbild („Wie würde ich selbst gerne sein?“). Wer also mit seinem Produkt einen Benefit für eines dieser beiden Gefühle erzeugen und das kommunizieren kann, bekäme den Zuschlag, also die Conversion. Wolf belegt ihre These mit Uplifts für Conversionraten bis zu 50% aus eigenen Cases und betont, dass dies auch für B2B-Marketing gilt. Wenn Stakeholder in Unternehmen von diesem Marketing Ansatz überzeugt werden sollen, gilt nach Wolf weiterhin: versorge sie mit den nötigen Daten und Fakten. Julian merkt sich: data is key!
Für unseren Kollegen, der ein Studium der Psychologie im Rucksack hat, erschließt sich die Idee sofort. Nur: wie können SEA-Manager da ansetzen? Kundenansprache und Kommunikationsstrategien werden immerhin meist auf Unternehmensseite entschieden.
In der Praxis scheint ihm diese Theorie auch aus einem anderen Grund schwierig umzusetzen: denn so ähnlich wie es der Nutzer-Wunsch ist, sozial „besser“ anerkannt zu werden, so unterschiedlich ist die individuelle Ausprägung für jeden User.
Als To Do landet auf Julians Notizblock, Text-Ads und Visuals auf Emotionalität zu prüfen und Verbesserungsanregungen im nächsten Kunden-Meeting auszusprechen. „Gefühl ist alles!“, war auch Faust schon 1808 klar.
Fazit
Neben fachlichen Channel-Vorträgen für SEO, SEA, Content und BI bot die SMX dieses Jahr einige Keynotes rund um AI und Marketing Insights. Wir haben einige wertvolle Erkenntnisse mitgenommen und sind sicherlich auch 2026 wieder in den Stuhlreihen der Vorträge vertreten.